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GLU erhält Zuwendungsbescheid für Forschungsvorhaben im Remining-Bereich (Kopie 1)

01. September 2021

Die GLU Geologische Landesuntersuchung GmbH Freiberg hat den Zuwendungsbescheid für das FuE-Vorhaben NIRUBIS erhalten. Zwischen September 2021 und Mai 2023 soll ein neuer, innovativer Ansatz zur Ressourcen-Bewertung für Bergbau-Halden, entwickelt werden. NIRUBIS steht hierbei für „Nachhaltige In-Situ Ressourcenberechnung & Umweltsanierungsverfahren für die Bergbauregionen in Sachsen“. Das bedeutet, die künstlich aufgeschütteten Halden in (ehemaligen) Bergbauregionen werden zugleich auf ihren Schadstoff- als auch auf ihren Wertstoffinhalt untersucht. Ziel ist es, einerseits methodische Daten für potentielle Remining-Projekte zu sammeln und anderseits Wiederaufbereitungen bzw. Sanierungen kosteneffizient zu planen. Dazu soll das NIRUBIS-Projekt eine hochauflösende Charakterisierung von Bergbauhalden entwickeln und die ökonomischen Grundlagen für die Machbarkeit der in situ- Rückgewinnung von Ressourcen aus Halden darstellen. Übergeordnetes Ziel ist die Übertragbarkeit der Methodik nach internationalen Standards für Bergbauhalden weltweit als Basis für sowohl für einen nachhaltigen Sekundärbergbau als auch für effziente Umweltsanierungsmaßnahmen.

Remining: Umwandlung von Halden in Rohstoffquellen

Dr. Uta Alisch, Geschäftsführerin der zur GICON®-Gruppe gehörenden GLU, erklärt die Idee dahinter: „Wir leben in einer Zeit, in der bestimmte Rohstoffe in Primärlagerstätten knapp werden oder nur noch unter sehr hohen Kosten abgebaut werden können. Mit unserem Forschungsvorhaben wollen wir den Weg für potentielle Remining-Projekte bereiten, also die Ressourcengewinnung aus Bergbauhalden.“ Remining-Vorhaben scheitern bisher häufig am Mangel an belastbaren Daten über die in den Halden, auch Sekundärlagerstätten genannt, vorhandenen Wertstoffinhalte sowie deren räumliche Verteilung. Grundsätzlich besteht jedoch unter Geologen kein Zweifel, dass die meisten Halden noch wertvolle Rohstoffe enthalten, wie Dr. Alisch erläutert: „Wir suchen in den Halden nach Rohstoffen, die früher entweder für die weitere Verarbeitung uninteressant waren oder deren Gewinnung technisch nicht möglich war. Das hängt damit zusammen, dass sich die Bergbautechnologie enorm weiterentwickelt hat und sich heutzutage komplett neue Branchen, wie die Halbleiterindustrie oder die Elektromobilität gebildet haben, deren Rohstoffbedarf stetig wächst. Mit dem NIRUBIS-Vorhaben wollen wir zeigen, dass es auch ohne die Erschließung neuer Lagerstätten an exotischen Orten geht. Wirtschaftlich kann auch ein Abbau in ehemaligen Bergbauregionen sein.“

Digitale Datenerfassung in Echtzeit am Standort einer Spühlhalde in Ehrenfriedersdorf

Die Datenermittlung erfolgt mit einer kosteneffizienten Sondiertechnologie direkt vor Ort. Eine hydraulisch in das Haldenmaterial gedrückte Sonde soll kontinuierliche Echtzeit-Messungen der Elementkonzentrationen durch eine Röntgenfluoreszenzanalyse ermöglichen. Weitere Messmodule zeichnen hydraulische und geotechnische Parameter der Halde auf, die Aussagen zur inneren Geometrie erlauben. Die gemessenen Elementkonzentrationen werden dafür mit umfassenden mineralogischen sowie partikelbasierten Daten verknüpft und in ein 3D-Modell überführt. Diese Datensammlung erfasst die chemischen und mineralischen Verteilungsmuster der Halde in ihrer Gesamtheit (innere Geometrie, Schadstoffverteilung, Hydraulik, Bodenklassen, Schichtung) und bildet die Grundlage für die im Anschluss geplanten Machbarkeitsstudien. Des Weiteren werden anhand von Probenmaterial die eluierbaren und die mittels Bioleaching extrahierbaren Wertmetalle und Schadstoffe quantifiziert. Die wirtschaftliche Bewertung der Ressourcen und Reserven erfolgt nach dem internationalen PERC-Standard (Pan-European Reserves & Resources Reporting Comittee).

Die Machbarkeit des Vorhabens wird in einem Referenzprojekt im sächsischen Ehrenfriedersdorf nachgewiesen. Dazu arbeitet GLU als hauptverantwortlicher Partner eng mit der GeCCOTEC GmbH und der ERZLABOR Advanced Solutions GmbH zusammen. Während GeCCOTEC die Messtechnik der XRF-Sonde einbringt, kümmert sich die ERZLABOR Advanced Solutions GmbH um die Mineralogie. Zusätzlich stellt die Zinnerz Ehrenfriedersdorf GmbH die Testhalde sowie historische Daten und Vermessungsgrundlagen zur Verfügung.

Dr. Uta Alisch: „Wir bearbeiten nicht nur kommerzielle Aufträge unserer Kunden, sondern investieren in die Zukunft der Ingenieurgeologie, indem wir bei Forschungsvorhaben neue Lösungen und Ansätze finden. Dadurch entwickeln wir uns als Firma weiter, erschließen neue Geschäftsfelder und bieten interessante Arbeitsplätze.“

Das Vorhaben wird im Rahmen des Förderbereiches „WIR! - Wandel durch Innovation in der Region“ durch den Projektträger Jülich im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert und gehört zum Projektbündnis rECOmine-NIRUBIS. Förderkennzeichen: 03WIR1909A

Albrecht Böhme - neuer Niederlassungsleiter am Standort Berlin

Neuer Niederlassungsleiter am GLU-Standort Berlin.

20. Juli 2021

Am Standort Berlin (Rhinstraße 137a, 10315 Berlin) ist seit Juli Albrecht Böhme neuer Niederlassungsleiter. Am Standort sind neben der Geologischen Landesuntersuchung GmbH Freiberg (GLU), die Firmen BGD ECOSAX GmbH sowie GICON®-Consult (GLU) aus der GICON-Gruppe aktiv. Der Geowissenschaftler ist seit 2019 für die GLU tätig.

Herr Böhme hat an der TU Bergakademie Freiberg studiert und anschließend fünf Jahre für die Fugro Germany Land GmbH im Bereich Bergbau/Umwelt gearbeitet.

Zu den Hauptschwerpunkten seiner Tätigkeit bei der GLU gehören Genehmigungsverfahren nach dem BbergG, BImSchG und BauGB. Weiterhin begleitet er Projekte im Bereich des Grundwassermonitorings sowie der Errichtung von Grundwassermessstellen für bergbauliche Vorhaben.

Abschluss der ersten Bohrkampagne für neue Eisenbahnverbindung Berlin-Prag im Juli 2021

Feldarbeiten der ersten Bohrkampagne für die künftige Eisenbahnstrecke Berlin-Prag
Feldarbeiten der ersten Bohrkampagne für die künftige Eisenbahnstrecke Berlin-Prag
Der säschsische Verkehrsminister Martin Dulig informiert sich über erste Ergebnisse der Bohrkernuntersuchungen
Der säschsische Verkehrsminister Martin Dulig informiert sich über erste Ergebnisse der Bohrkernuntersuchungen

28. Mai 2021

Im sächsisch-tschechischen Grenzgebiet arbeiten Ingenieurgeologen der zur GICON®-Gruppe gehörenden GLU Geologische Landesuntersuchung GmbH Freiberg seit rund einem Jahr an einem der wichtigsten europäischen Infrastrukturprojekte. Zwischen Berlin und Prag soll eine neue Eisenbahnverbindung inklusive einer 43 Kilometer langen Neubaustrecke/Untertunnelung im Elbtal zwischen Dresden und Prag entstehen. Die GLU wurde gemeinsam mit der PRUY KG als Teil der ARGE „ErzTunnel“ durch die Deutsche Bahn AG mit der Durchführung von Bohrkernuntersuchungen beauftragt. Zugleich übernimmt die GLU die ingenieurgeologische Fachbauleitung und koordiniert die geotechnischen Versuche.

Die Feldarbeiten der Bohrkampagne 1 sollen bis Mitte Juni 2021 erfolgreich abgeschlossen werden. Im Anschluss wird die TU Bergakademie Freiberg noch vertikale seismische Messungen in zwei der neun Bohrungen vornehmen. Die Bohrkernaufnahme, Beprobung und das von der GLU geleitete Laborprogramm werden noch bis Oktober andauern, die Abschlussberichte werden bis Jahresende erwartet.

Die grundsätzliche Herangehensweise an eine sogenannte Bohrkampagne erklärt GLU-Projektleiter Dr. Jens Krumb: „Wir führen an verschiedenen Stellen Erkundungsbohrungen bis in eine Tiefe von ca. 400 Metern durch und analysieren die entnommenen Bohrkerne, um mehr über die Geologie des Untergrunds zu erfahren. Die gewonnenen Daten helfen der Deutschen Bahn die Beschaffenheit des Gesteins zu bestimmen. Das ist einerseits wichtig für den künftigen Streckenverlauf und anderseits ergibt sich daraus die passende Bautechnologie für die Untertunnelung des Erzgebirges.“ Zusammengerechnet betrage die Länge aller Bohrkerne, an denen Untersuchungen vorgenommen und Gesteinsproben entnommen wurden, bereits 2,5 Kilometer.

Sachsens Verkehrsminister Dulig informiert sich über Stand der Bohrarbeiten

Bei einem Vor-Ort-Termin am 28. Mai 2021 informierte sich der sächsische Verkehrsminister Martin Dulig über die Bohrungen im sächsischen Börnersdorf. „Vor fast zehn Jahren hat Sachsen an dieser Stelle mit geologischen Untersuchungen begonnen – lange bevor die Neubaustrecke Dresden-Prag beim Bund überhaupt eine Chance auf Verwirklichung bekam. Nun kommt dieser Planungsvorsprung der Deutschen Bahn zugute“, betonte Dulig. Zudem werde das Bauvorhaben den Bürgern der Region und Europa insgesamt großen Nutzen bringen.

Seit Juni 2020 untersucht die DB Netz AG an ausgewählten Punkten entlang der Bestandsstrecke und im Untersuchungsraum der Neubaustrecke die Geologie, um die Kenntnisse über die Untergrundverhältnisse zu erweitern und in die weitere Planung einfließen zu lassen. Eine zweite Bohrkampagne, die 23 weitere Bohrungen umfasst, soll bis Anfang 2023 umgesetzt werden.

GLU übernimmt Klassifikation und Integration geologischer und geophysikalischer Daten

Dr. rer. nat. Uta Alisch - Geschäftsführerin der GLU GmbH Freiberg
Dr. rer. nat. Uta Alisch - Geschäftsführerin der GLU GmbH Freiberg
Förderung im Rahmen des „Energie- und Klimafonds“
Förderung im Rahmen des „Energie- und Klimafonds“

10. Mai 2021

Rohstofferkundung im Oberharz

GLU übernimmt Klassifikation und Integration geologischer und geophysikalischer Daten

Die zur GICON®-Gruppe gehörende GLU Geologische Landesuntersuchung GmbH Freiberg hat den Zuwendungsbescheid für das neue FuE-Vorhaben DESMEX-REAL erhalten. Bis 2025 soll zusammen mit neun weiteren Projektpartnern ein sogenanntes Reallabor in der Modellregion Oberharz aufgebaut werden. Das bedeutet, es werden verschiedene konzeptionelle Entwicklungen in konkreten Feldversuchen angewendet. Ziel ist es, effiziente luftgestützte geophysikalische Explorationsmethoden zur Tiefenerkundung von Rohstoffen industrienah zu erproben. Bereits vorhandene geologische und altbergbauliche Daten fließen in die Betrachtung ein.

GLU-Spezialleistung: Aufbau einer soliden Geodatenbasis

Die GLU wird das Teilvorhaben „Klassifikation und Integration geologischer und geophysikalischer Daten in der Modellregion Oberharz“ koordinieren. GLU-Geschäftsführerin Dr. Uta Alisch: „Im Grunde geht es darum, effizient aussagekräftige Untergrundmodelle zu entwickeln, die in Zukunft als Entscheidungsgrundlage für Explorationsvorhaben in Gebieten dienen soll, in denen noch keine Bohrungen stattgefunden haben. Dieser Verfahrensansatz wird im Oberharz erprobt.“ Vereinfacht ausgedrückt heißt das: ein genau festgelegtes Gebiet wird von Helikoptern und unbemannten Drohnen überflogen, die durch einen an Bord befindlichen alternierenden Dipol ein elektrisches Feld erzeugen. Durch das elektrische Feld werden in den Gesteinsschichten bzw. unterirdischen Erzkörpern Stromflüsse erzeugt, die Veränderungen im lokalen Magnetfeld verursachen. Mit Hilfe von speziellen Messgeräten an Bord der Drohnen oder in von Hubschraubern geschleppten Sonden, lassen sich diese Veränderungen für anschließende Analysen aufzeichnen. Alternativ zur Erzeugung des primären Magnetfeldes an Bord des Fluggeräts wird durch das Einspeisen von Starkstrom ein bodengestützter, großdimensionierter Dipol erzeugt, mit dessen Hilfe höhere Erkundungstiefen realisiert werden können. Im Zuge der Auswertung der elektromagnetischen Versuche erfolgen rechenintensive Inversionsverfahren, um ein dreidimensionales Modell der Leitfähigkeit des Untergrundes im Untersuchungsgebiet zu erstellen. Auf Basis der lokalen Geologie lässt sich abgleichen, welche Gesteinsart und eventuelle Vererzungen im Untergrund tatsächlich vorhanden ist.

Neues Verfahren zur Erkennung von Lagerstätten bis in 1000 m Tiefe

Der Oberharz wurde für das Forschungsvorhaben ausgewählt, weil für diese Region bereits eine hohe Datendichte durch langjährige Explorationen und Aufschlüsse vorliegt, anhand derer sich die durch das Vorhaben DESMEX-REAL aufgestellten theoretischen Modelle überprüfen lassen. „Unsere Geologen verfügen über jahrelanges Praxiswissen. Mit diesem Know-how stellen wir das Bindeglied zwischen Theorie und Praxis dar. Wir bewerten die aufgestellten Modelle aus geologischer Sicht, klassifizieren die Daten für die automatisierte Verarbeitung und prüfen das Verfahren auf seine Praxistauglichkeit für die kommerzielle Nutzung“, erklärt Dr. Alisch die Aufgabe der GLU. Sollte das Forschungsvorhaben ein Erfolg werden, könnte am Ende ein Verfahren entstehen, das es künftig erlaubt, allein anhand von Änderungen des Magnetfeldes zu erkennen, ob potentielle Lagerstättenkörper im Untergrund bis 1000 m vorhanden sind. Perspektivisch könnten dadurch abgelegene oder schlecht zugängliche Gebiete, in denen noch keine bohrtechnischen Aufschlüsse existieren, autonom per Drohne mit entsprechender technischer Ausstattung (Elektromagnetik-Transmitter) großflächig auf ihre Lagerstättenhöffigkeit hin untersucht werden.

Das Vorhaben wird im Rahmen des „Energie- und Klimafonds“ durch den Projektträger Jülich im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung von April 2021 bis März 2025 gefördert. Förderkennzeichen: 033R385K.

GLU Geologische Landesuntersuchung GmbH Freiberg

Sitz Freiberg
Halsbrücker Straße 34
09599 Freiberg

Telefon +49 3731 20782-10
Telefax  +49 3731 20782-69
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